Yordanka Jaschke y las corbatas

Leserbrief zum Thema Krawatte:
Politohr/ Bürohr, 25.9.16

(aus dem Spanischen)

Ein Stück Stoff das am Halse hängt.
Etwas, das Abstieg, Niedergang anzeigt.
Eine Prachtstrasse in zwei Richtungen.
Ein erstickender, zusammenziehender Fetzen Stoff.
Ein dekoratives Stück, das Bedrückung der Atemwege anzeigt.
Modeobjekt welches für Autorität und einen gewissen Sozialstatus steht.
Eine Krawatte zu tragen bedeutet, alles was einen bedrückt, um den Hals zu tragen.
Die Krawatte, die Frau, die Disziplin, die Verpflichtungen, die Moral, die Wahrheit, die Lüge, die Schuld, die Habsucht, die Ambition, die Glorie, die Mutter, die Ehefrau, die Schwiegermutter, schliesslich hängt all dies an dem beengenden Knoten jenes Schmuckstücks.
Müssen Männer ihre Agonie ständig mit sich herumtragen, eng baumelnd um den Hals?
Hunden und anderen Tieren gleich tragen sie ihren Strick um den Hals ständig mit sich herum.
Krawatte: Symbol der Verdichtung der Atemwege.
Elegantes Stück Stoff, künstlerische Repräsentation und Manifestation der Unterdrückung.
Ein Mann ohne Krawatte ist ein freier Mann.
Ein Mann ohne Krawatte ist oft auch ein intelligentes Wesen.
Ein Mensch ohne Krawatte kann für Demut und Weisheit stehen.
Männer mit Krawatte bevorzugen einen Knoten an der Gurgel um Anerkennung einzuheimsen für alles was sie bedrückt, unterdrückt, und zeigen so ihre Charakterschwächen und Persönlichkeitskonflikte.
Sie sind keine freien Wesen, sondern eingesperrte Seelen, traurig und unsicher.
Hinter dem Mann mit Krawatte steckt, glaube ich, kein Geist, der Liebe verbreiten kann, kein glaubhaftes und ehrliches Wesen.
Es sind Geister voller Angst, introvertiert, das Schöne ihrer Seele versteckend, hinter einem nutzlosen und unnötigen Status Symbol.

Yordanka Jaschke